Coronavirus löst antisemitische Verschwörungstheorien aus

Cartoon coronavirus tank
(Al-Hayat al-Jadida)

Die Pal√§stinensische Autonomiebeh√∂rde (PA) hat Israel daran beschuldigt, Covid-19 verbreitet zu haben. Die PA hat sich auch geweigert, die Pal√§stinenser √ľber die Vorsichtsma√ünahmen aufzukl√§ren, obwohl israelische Krankenh√§user pal√§stinensische √Ąrzte dazu eingeladen haben, einschlie√ülich aus dem Gazastreifen, sich √ľber vorbeugende Ma√ünahmen zu informieren.

Die BDS-Mauer bröckelt

Roger Waters hat seit mehr als 10 Jahren nichts unversucht gelassen, Israel mit einer Quarant√§ne-Mauer zu umgeben. Doch diese Mauer wird zunehmend br√ľchig und ihre Steine st√ľrzen in alle Richtungen. W√§hrend die wichtigste Tribute-Band sich einer Unterwerfung unter Waters Doktrin verweigert und lieber ehrlich die Fakten auf den Tisch legt, akzeptiert eine andere Tribute-Band die Leitlinie rein technisch, ohne sich jedoch zu BDS oder dem israelisch-pal√§stinensischen Konflikt zu √§u√üern. Der Netto-Wert von Facebook-Kommentaren solcher Tribute-Bands ist jedoch vergleichsweise klein, v.a. wenn es sich um die internen Debatten in K√ľnstlerkreisen handelt. Tribute-Bands verm√∂gen es in der Regel nicht, Schlagzeilen auf sich zu ziehen oder im Mittelpunkt der Massenmedien zu stehen. So verwundert es nicht, dass der hier geschilderte Zwischenfall nicht die Aufmerksamkeit der Mainstream-Presse auf sich zog. Ihre F√§higkeit die Diskussion nachhaltig zu beeinflussen ist daher begrenzt.

Deutungshoheit kommt dagegen eigenst√§ndigen und anerkannten K√ľnstlern zu, deren k√ľnstlerische Leistung sich soziales und politisches Kapital umm√ľnzen. Ein gutes Beispiel daf√ľr ist Nick Cave, der seine Haltung zum Versuch, ihm einen kulturellen Boykott Israels aufzun√∂tigen, in seinem Blog "The Red Hand Files" deutlich machte: "Ich halte den kulturellen Boykott Israels f√ľr feige und sch√§ndlich. Tats√§chlich ist dies zum Teil der Grund, weshalb ich in Israel spiele – nicht in Unterst√ľtzung irgendeiner politischen Gruppe, sondern aus Prinzip gegen jene, die Musiker mobben, besch√§men und zum Schweigen bringen wollen."

Die BDS-Kampagne ungeschminkt: Von radikalen Wurzeln zu extremistischen Zielen

Im Sommer 2014 feuerte die Hamas mehr als viertausend Raketen auf Israel und griff das Land mit Hilfe eines weit verzweigten Netzes von Angriffstunneln an, die tief in israelisches Gebiet hineinreichten. Die israelischen Streitkräfte IDF reagierten, in dem sie die terroristische Infrastruktur Gazas zum Ziel erklärten, was zahlreiche Demonstrationen in europäischen und amerikanischen Städten heraufbeschwor, die faktisch pro-Hamas forderten: "Befreit Palästina", "Schluss mit der Belagerung Gazas", "Schluss mit der israelischen Apartheid" oder "Stoppt den israelischen Staatsterrorismus".

Diese √∂ffentlichen Proteste d√§monisieren, delegitmieren und kriminalisieren Israel. Dies kennzeichnet auch die anhaltenden Boykott- Kapitalabzug-Sanktionen-Kampagne kurz BDS (Boycott, Divestment and Sanctions). Weltweit haben Aktivisten dieser Bewegung nichts unversucht gelassen, um den Gaza-Krieg von 2014 f√ľr eine Auffrischung ihres politischen wie auch wirtschaftlichen Feldzugs gegen Israel zu nutzen.

Beobachter, die die Kampagne seit geraumer Zeit verfolgen, haben vielleicht festgestellt, dass BDS nicht einfach dazu dient, Israel in Richtung einer Zweistaatenl√∂sung zu dr√§ngen. Stattdessen wird BDS als Plattform genutzt, um das Ende Israels als Nationalstaat des j√ľdischen Volkes zu fordern. Auf diese Weise gleichen sich ihre Ziele objektiv denen der Hamas an. Michael Gove, Fraktions-Whip der britischen Konservativen bezeichnete die Aufrufe der europ√§ischen BDS-Bewegung w√§hrend des Gaza-Krieges 2014 als den "wiedererwachten, mutierten und t√∂dlichen Virus des Antisemitismus", der an die Nazi-Boykott-Aufrufe gegen Juden am Vorabend des Holocaust gemahne.

J√ľngster Bericht zur ‚ÄěKultur des Friedens‚Äú und der Aufstachelung

Der Index liefert einen zu diesem Zweck entwickelten Ma√üstab, um das Niveau der Aufwiegelung und der ‚ÄěFriedenskultur‚Äú in der PA methodisch zu verfolgen. Der Index verfolgt die von PA Vertretern, Einrichtungen, Medien und dem Erziehungswesen verbreiteten Botschaften und Ideen. Der Index wird seit drei Jahren viertelj√§hrlich vorgelegt.

Die Dämonisierung Israels als Strategie

Die Protokolle sind ein zentrales Thema in der arabischen und muslimischen Propaganda, sogar in den L√§ndern, die wir als gem√§ssigt bezeichnen, darunter Staaten, die mit Israel Frieden geschlossen haben. Die Protokollegibt es √ľberall, auf jeder arabischen Buchmesse, h√§ufiger in √Ągypten, weniger in Jordanien. Sie sind im √∂ffentlichen Diskurs, in Zeitungen, und sogar in Seifenopern im Fernsehen. Das Buch beschreibt die Weltgeschichte von seinen Anf√§ngen bis zum Ende, darunter die Franz√∂sische Revolution als Teil der j√ľdischen Verschw√∂rung zur Weltherrschaft. Biszum Ende des Zweiten Weltkrieges waren die Juden das Problem, aber nach der Gr√ľndung des Staates Israel ist Israel zur Zielscheibe geworden.

Arabisch-islamischer Antisemitismus ‚Äď offiziell nicht ‚Äěgeeignet, den √∂ffentlichen Frieden zu st√∂ren‚Äú? (¬ß 130 StGB)

Nur wenigen Leuten ist bekannt, dass antisemitische Literatur wie Hitlers Mein Kampf und die Protokolle der Weisen von Zion, die in Deutschland aus gutem Grund auf dem Index stehen, in der arabischen Welt seit vielen Jahrzehnten die Bestsellerlisten anf√ľhren und dort in kaum einem Buchladen fehlen. Noch unbekannter ist jedoch, wie die deutsche Gerichtsbarkeit mit den Auswirkungen dieses Ph√§nomens im eigenen Land umgeht.

Der renommierte √§gyptische Verlag ¬īAkhbar al-Yaum hat im Jahr 2002 eine Ausgabe der Protokolle zum Buch des Monats gek√ľrt. Die beliebte Reihe der ‚ÄěB√ľcher des Monats‚Äú wird weit √ľber die Grenzen der arabischen Welt hinaus exportiert. Auf Seite zwei der besagten Ausgabe findet sich eine Liste mit 37 Zielorten und Angaben zu den Preisen des Buches in der jeweiligen Landesw√§hrung. Darunter sind auch England, Frankreich, Deutschland, Holland, Italien, √Ėsterreich, D√§nemark, Griechenland, Schweden, die Schweiz, Australien, Kanada und mehrere St√§dte in den USA.

Daraus ist zu schlie√üen, dass antisemitische Literatur auf Arabisch in interessierten Kreisen nicht illegal oder √ľber entsprechende Onlineportale bezogen werden muss, sondern lastwagenweise den deutschen Zoll passiert und auf offiziellen Wegen an die B√ľchertische der Moscheen gelangt. Auf Nachfrage beim Landesamt f√ľr Verfassungsschutz wurde diese Vermutung best√§tigt, mit der Zusatzerkl√§rung, dass der Volksverhetzungsparagraph 130 StGB sich nur auf deutschsprachige Literatur beziehe, und dass die Ungleichbehandlung mit Kulturrelativismus erkl√§rt werden k√∂nne. Muss Antisemitismus demnach als arabisches Kulturgut gesch√ľtzt werden? Ist es schon so lange her, dass Judenfeindlichkeit ein deutsches ‚ÄěKulturgut‚Äú war, und haben wir nichts daraus gelernt?

Als Walter Herrmann an seiner ‚ÄěK√∂lner Klagemauer‚Äú √∂ffentlich eine Karikatur ausstellte, auf der ein Jude abgebildet war, der sich anschickte, mit Messer und Gabel ein pal√§stinensisches Kind zu zerst√ľckeln, wurde er wegen ‚ÄěVerdachts‚Äú auf Volksverhetzung angezeigt. Die Klage wurde zur√ľckgewiesen: Da die Karikatur in einem anderen kulturellen Kontext entstanden sei, sei sie nicht als antisemitisch, sonders als antiisraelisch anzusehen und somit Ausdruck einer politischen Meinung. Bedeutet das f√ľr alle, die gerne antisemitische Zeichnungen in der √Ėffentlichkeit zeigen w√ľrden, dass sie diese nur aus arabischen, t√ľrkischen oder persischen Zeitungen entnehmen m√ľssen und dann nicht mehr zu belangen sind? Das w√§re eine fatale Gesetzesl√ľcke, die dringend geschlossen werden m√ľsste. Da die angeschriebenen Staatsanwaltschaften und Justizministerien sich in Schweigen h√ľllen oder ihre Nicht-Zust√§ndigkeit bekunden, m√ľssen diese Fragen vorerst unbeantwortet im Raum stehenbleiben.

Stattdessen soll zum wiederholten Mal gezeigt werden, dass der arabisch-islamische kulturelle Kontext solcher Karikaturen durch die Existenz des Nahost-Konflikts nicht weniger antisemitisch wird. Gerade an den arabischen Ausgaben der Protokolle der Weisen von Zion lässt sich das eindrucksvoll nachweisen.

Israels Krieg gegen die Hamas und ein altes Vorurteil des Westens

¬∑ Wieso solidarisieren sich B√ľrger demokratischer Staaten derart enthusiastisch mit einer radikal islamistischen Gruppe, die nicht nur die Zerst√∂rung einer verb√ľndeten Demokratie zum Ziel hat, sondern ganz offen die bestehende internationale Ordnung durch ein weltweites islamisches Kalifat ersetzen m√∂chte?

· Jahrzehnte der Misshandlung der Palästinenser durch arabische Staaten werden praktisch ignoriert. Nur in der Auseinandersetzung mit Israel erlangen die Palästinenser die Aufmerksamkeit der Welt.

¬∑ Der Umstand, dass die internationale Berichterstattung des arabisch-israelischen Konfliktes stets ein Ausma√ü an Intensit√§t und emotionaler Teilnahme widerspiegelt, das √ľber das von unparteiischen Beobachtern zu erwartende, normale Ma√ü hinausgeht, scheint anzudeuten, dass es sich dabei um die Manifestation lang existierender Vorurteile handelt, die durch den Konflikt ans Licht gelangen.

¬∑ Die Pal√§stinenser sind dabei nur der j√ľngste Blitzableiter gegen die Juden. Ihre angebliche Opferung best√§tigt die Jahrtausende alte D√§monisierung der Juden sowie die mittelalterlichen Ritualmordlegenden ‚Äď dass Juden sich am Blut anderer erg√∂tzen.

‚ÄěJerusalem ‚Äď Hauptstadt der Juden‚Äú: Die j√ľdische Identit√§t Jerusalems in griechischen und r√∂mischen Quellen

Diese Studie widmet sich der Untersuchung der Darstellung der j√ľdischen Identit√§t Jerusalems in den Schriften r√∂mischer und griechischer Autoren der klassischen Antike (3. Jh.v.Chr. bis ins 3 Jh.n.Chr.). Ein n√§herer Blick in die Quellen verdeutlicht, dass alle Autoren zu dem √ľbereinstimmenden Ergebnis kommen, dass Jerusalem j√ľdisch und von Juden bewohnt war, dass der Tempel sich in Jerusalem befand sowie das Zentrum j√ľdischer Religion darstellte. Diese Texte sind √ľber ihre akademische wie kulturelle Relevanz hinaus bedeutsam. Der amerikanische Chef-Unterh√§ndler des Gipfels in Camp David 2000, Dennis Ross, wies in seiner Darstellung der Verhandlungen die Schuld an seinem Scheitern dem damaligen Pal√§stinenserf√ľhrer Yassir Arafat zu, welcher nicht nur ‚Äěalte Mythologien‚Äú wiederbelebt hatte, sondern auch neue dazu erfand, n√§mlich dass ‚Äěder Tempel nicht in Jerusalem [stand], sondern in Nablus.‚ÄúMan mag solche himmelschreienden Behauptungen zu gezielten Fabrikationen Arafats erkl√§ren, die ihm dazu diente, seine politische Agenda voranzutreiben. Doch diese und √§hnliche L√ľgen sind Teil islamischer Bem√ľhungen, Israels Anspruch auf Jerusalem zu leugnen, und damit ein wesentliches Element des j√ľdischen Glaubens und der historischen Wahrheit anzugreifen. Die Verweise auf Jerusalem in diesen klassischen Texten der Antike bezeugen nicht nur die historische Bindung des j√ľdischen Volkes an Jerusalem, sondern tragen auch zu unserem Wissen √ľber das Judentum der Antike bei. Gleichzeitig muss festgestellt werden, dass diese Berichte, ganz besonders die negativen √ľber j√ľdische Geschichte, Gesellschaft und Religion, sp√§tere christliche und westliche Ansichten √ľber die Juden pr√§gten.

2007 ‚Äď 2008: Ein weiteres Jahr mit Antisemitismus und Antiisraelismus an Universit√§ten weltweit

Im akademischen Jahr 2007-2008 fanden sich weiterhin antiisraelische und antisemitische Vorf√§lle in verschiedenen L√§ndern. Dazu geh√∂rte die Israel Apartheid Woche, ein j√§hrliches Ritual in einer Reihe von St√§dten mehrerer Kontinente. Dazu geh√∂ren die Aufrufe der University and College Union in Gro√übritannien, israelische Universit√§ten und Akademiker zu diskriminieren. Und an manchen Universit√§ten, wie an Standorten der University of California, ist Antiisraelismus endemisch zu nennen. Ein Gro√üteil dieses sichtbaren Antisemitismus und Antiisraelismus finden sich in der akademischen Welt Gro√übritanniens, Kanadas und der Vereinigten Staaten. Diese Probleme gibt es ebenso in vielen anderen L√§ndern, eine Situation, die durch die begrenzte mediale Aufmerksamkeit verdeckt wird. Doch auch effektive Gegenma√ünahmen nehmen zu. So gelangen F√§lle islamistischen Rassismus oder Antisemitismus an amerikanischen Campussen inzwischen an die √Ėffentlichkeit. In Kanada verst√§rken sich Proteste gegen antiisraelische Aktionen. Es gibt inzwischen europ√§ische und britische Initiativen, die akademische Zusammenarbeit mit Israel zu verst√§rken. Und von au√üen finden sich mehr und mehr Einrichtungen, welche auf eine Kultur des Hasses und auf von Vorurteilen belasteten Aktionen einiger Universit√§tsdozenten aufmerksam machen. Die Angriffe gegen Israel und Juden stellen kein isoliertes Ph√§nomen dar. Was mit Juden passiert, ist gew√∂hnlich ein Hinweis auf das gesellschaftliche Umfeld und eine Vorwarnung auf zuk√ľnftige Entwicklungen. Genauso verh√§lt es sich mit akademischem Antiisraelismus. Die akademische Freiheit wird so missbraucht, dass sie in ihrer gegenw√§rtigen Form einen Teil ihres akademischen und gesellschaftlichen Nutzens bei dem Erwerb von Wissen √ľberlebt hat.

2007 ‚Äď 2008: Ein weiteres Jahr mit Antisemitismus und Antiisraelismus an Universit√§ten weltweit

Im akademischen Jahr 2007-2008 fanden sich weiterhin antiisraelische und antisemitische Vorf√§lle in verschiedenen L√§ndern. Dazu geh√∂rte die Israel Apartheid Woche, ein j√§hrliches Ritual in einer Reihe von St√§dten mehrerer Kontinente. Dazu geh√∂ren die Aufrufe der University and College Union in Gro√übritannien, israelische Universit√§ten und Akademiker zu diskriminieren. Und an manchen Universit√§ten, wie an Standorten der University of California, ist Antiisraelismus endemisch zu nennen. Ein Gro√üteil dieses sichtbaren Antisemitismus und Antiisraelismus finden sich in der akademischen Welt Gro√übritanniens, Kanadas und der Vereinigten Staaten. Diese Probleme gibt es ebenso in vielen anderen L√§ndern, eine Situation, die durch die begrenzte mediale Aufmerksamkeit verdeckt wird. Doch auch effektive Gegenma√ünahmen nehmen zu. So gelangen F√§lle islamistischen Rassismus oder Antisemitismus an amerikanischen Campussen inzwischen an die √Ėffentlichkeit. In Kanada verst√§rken sich Proteste gegen antiisraelische Aktionen. Es gibt inzwischen europ√§ische und britische Initiativen, die akademische Zusammenarbeit mit Israel zu verst√§rken. Und von au√üen finden sich mehr und mehr Einrichtungen, welche auf eine Kultur des Hasses und auf von Vorurteilen belasteten Aktionen einiger Universit√§tsdozenten aufmerksam machen. Die Angriffe gegen Israel und Juden stellen kein isoliertes Ph√§nomen dar. Was mit Juden passiert, ist gew√∂hnlich ein Hinweis auf das gesellschaftliche Umfeld und eine Vorwarnung auf zuk√ľnftige Entwicklungen. Genauso verh√§lt es sich mit akademischem Antiisraelismus. Die akademische Freiheit wird so missbraucht, dass sie in ihrer gegenw√§rtigen Form einen Teil ihres akademischen und gesellschaftlichen Nutzens bei dem Erwerb von Wissen √ľberlebt hat.