Verhandlungen in Kairo könnten Kurswechsel der Palästinenserorganisationen bedeuten

Freitag der 17. August 2018 war nicht gerade ein ruhiger Tag am Grenzzaun zwischen Israel und Gaza. An diesem Tag versuchten Hamas-Aktivisten, die Grenze zu durchbrechen.
Am 18. August berichtete jedoch die wichtigste Website der Hamas, Resalah, dass in Kairo Tahdia-Gespr√§che stattfinden w√ľrden. Eine Tahdia ist ein Abkommen √ľber eine befristete Waffenruhe, eine Hudna dagegen ein Abkommen √ľber einen Waffenstillstand. Die jetzige Tahdia soll auf dem Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und der Hamas von 2014 basieren. Die versammelten Parteien seien dabei, die Teilnahme anderer Pal√§stinenserorganisationen, von denen viele mit der PLO assoziiert sind, zu gew√§hrleisten. Die Fatah blieb allerdings den Gespr√§chen fern und verweigerte sich diesen als herrschende Partei der Autonomiebeh√∂rde und politischer Arm der PLO.

Auf dem Verhandlungstisch findet sich allerdings nicht die "Regelung" der Beziehungen, mit der die miserablen Lebensverh√§ltnisse in Gaza dramatisch verbessert werden k√∂nnten, sondern lediglich ein Ende der begrenzten, wenn auch zerm√ľrbenden Angriffe auf israelische W√§lder und Felder mit Hilfe von an Drachen und Ballons befestigten Brands√§tzen. Eine Einwilligung der Hamas, diese Angriffe einzustellen, k√∂nnte zu einer erneuten √Ėffnung der Grenz√ľberg√§nge und eine Ausweitung der Fischfangzone an der K√ľste von Gaza f√ľhren.