Trump und das iranische Atomabkommen

W├Ąhrend des Wahlkampfes betonte Donald Trump wiederholt, dass er im Falle eines Einzugs ins Wei├če Haus unmittelbar das "desastr├Âse" und "f├╝rchterliche" Atomabkommen mit dem Iran neu verhandeln w├╝rde. Sein designierte Vize Mike Pence sprach sich damals daf├╝r aus, den Iran-Deal "in der Luft zu zerrei├čen". Seit seinem Wahlsieg hat sich Mr. Trump noch nicht zu dem Thema ge├Ąu├čert und viele glauben, dass er seine Haltung ge├Ąndert haben mag – oder, um es in den Worten israelischer Politiker zu sagen: "Aus Regierungsperspektive stellen sich Dinge anders dar als w├Ąhrend des Wahlkampfes."
Wof├╝r d├╝rfte sich Trump entscheiden? Seine Haltung scheint die die Neuverhandlung des Abkommens nahezulegen, das er – m.E. nicht zu Unrecht – den "schlechtesten Deal aller Zeiten" bezeichnet hat, der einen "nuklearen Holocaust" nach sich ziehen k├Ânnte. Eine solche Entscheidung w├Ąre auch in ├ťbereinstimmung mit anderen Aspekten seiner Au├čenpolitik im Allgemeinen, der Nahostpolitik im Besonderen. Obama hatte seinerseits vermieden, die politische Macht der USA als Druckmittel zu verwenden. Stattdessen behandelte er realexistierende islamistische Extremisten wie bevorzugte Partner – dazu geh├Ârten Rouhani und sein schiitisches Lager sowie die Muslimbr├╝der bei den Sunniten. Diese Akteure haben im Moment kein Interesse an einer direkten Konfrontation mit dem Westen. Stattdessen warten sie darauf, die Weltordnung dann zu ver├Ąndern, wenn es ihnen m├Âglich wird (z.B. nach dem Erwerb von Atomwaffen).