Ă„gypten nach Mursi: Ist der politische Islam am Ende?

• Knapp ein Jahr nachdem einer der ihren demokratisch zum ägyptischen Präsidenten gewählt wurde, endete für die Muslimbrüder der 80-jährige Traum von der Macht in einem Fiasko.

• Die Muslimbruderschaft wurde gestürzt, da sie die Opposition falsch eingeschätzt hatte, zu sehr darauf versessen war, alle Schlüsselpositionen des Staates zu besetzen und eine mögliche Allianz zwischen liberalen Kräften und der Armee nicht vorhersehen konnte.

• Die Niederlage der Muslimbrüder ist ganz sicherlich ein Gewinn für all jene Kräfte, die in der arabischen Welt gegen Dschihadisten und der Muslimbruderschaft ähnliche Gruppen kämpfen und zeugt davon, dass der politische Islam von gemäßigten und liberalen Kräften verdrängt werden kann.

• Im ägyptischen Fall stürzte Mursi über eine ungeschriebene Allianz aus Armee und Massenprotesten – kommt dies zusammen, vermag sich kein Regime zu halten.

• Israel hat es der ägyptischen Armee gestattet, Truppen zur Bekämpfung von Dschihadisten auf den Sinai zu schicken, auch wenn dies den Vorkehrungen des Friedensvertrages widerspricht. Damit hat Ägypten einen größeren Handlungsspielraum vor Ort, um den Friedensvertrag zu bewahren.

• Israels vorrangiges Interesse ist die Bewahrung des Status Quo des Friedensvertrages und – wenn möglich – die Eindämmung oder Ausschaltung der Dschihadisten auf dem Sinai. Für Israel erleichtert sich die Zusammenarbeit mit Ägypten, nachdem die Armee das Ruder übernommen hat.