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60 Jahre Israel
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Die Dämonisierung Israels als Strategie
17/08/2011
Hadassah Ben-Itto  |  Antisemitismus

Die Dämonisierung Israels als Strategie
 
Richterin Hadassah Ben-Itto
 
Die demokratischen Staaten sehen die Massen auf dem Tahrir-Platz und sympathisieren mit der Protestwelle gegen die Diktatur und mit dem Kampf um Freiheit. Jedoch bereiten mir die Massen auf den Strassen und das Ergebnis einer jahrelangen Gehirnwäsche Sorgen. Lügen wurden weltweit als strategische Waffe verbreitet. Öffentliche Meinung und Diskurs wurden verschmutzt, und nun erheben sich die Massen und versuchen den Führern vorzuschreiben, was sie zu tun haben.
 
Bei genauer Beobachtung der Geschehnisse auf dem Tahrir-Platz in Kairo waren Plakate mit Mubarak und einem Davidstern auf seinem Gesicht zu sehen. Die amerikanische Journalisten Lara Logan wurde mitten auf dem Platz sexuell belästigt und als Jüdin bezeichnet, obwohl sie gar keine Jüdin ist. Aber sie muss auch keine Jüdin sein. Das Wort „Jude“ ist zu einer anerkannten Beleidigung im öffentlichen Raum geworden. Ein bekannter Prediger sprach nicht über Freiheit, sondern über die Juden, was mit uns geschehen würde, wenn die Massen ans Ruder kämen. Also sind wir gerechterweise besorgt.
 
Die Protokolle der Weisen von Zion hinterlassen lange und nachhaltige Spuren
 
Die demokratischen Gesellschaften dieser Welt haben jahrelang dieses Phänomen ignoriert. Nach vielen Jahren als Richterin erforsche ich nun im Ruhestand Die Protokolle der Weisen von Zion. Meine sechsjährigen Forschungsergebnisse schrieb ich in einem Buch nieder, welches nun in zehn Sprachen, darunter kürzlich auf Arabisch, erschienen ist.
 
Warum sind Die Protokolle – eine belegbare Lüge und Fälschung – heute wichtig? Weltweit werden fast jährlich Neuauflagen auf Arabisch und Persisch und Türkisch publiziert, die mit Regierungsgeldern finanziert und nicht nur in arabisch-sprachigen Ländern, sondern auch unter der muslimischen Minderheit weltweit verbreitet werden.
 
Aktualisierte Einleitungen machen eine Neuauflage erforderlich. In den Einleitungen finden sich Aussagen, dass man sich nur im eigenen Land und Region umschauen müsse, wenn man nicht glaube, dass die Juden wirklich die Weltherrschaft anstrebten. Alle Ereignisse und Geschehnisse sind in Die Protokolle verwurzelt, eine Erfüllung der „jüdischen Verschwörung“. Gibt es eine Finanzkrise, eine Aids- oder Grippeepidemie, einen Terroranschlag, ein Aufbegehren oder eine Katastrophe, kann immer auf ein Kapitel oder Seite in Die Protokolle verwiesen werden, weil es so ein infames Dokument ist, das zu allem etwas hergibt. Die Protokolle beschreiben einen detaillierten Plan, wie die Weltherrschaft übernommen werden soll.
 
Die Protokolle sind nicht nur eine Fälschung, sie sind ein Plagiat. Ursprünglich wurde das Buch im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts in Frankreich verfasst. Weil russische Bolschewiken nicht offen in Russland agieren und die Revolution vorbereiten konnten, waren sie in Europa aktiv, auch in Frankreich. Ein Sondergesandter der russischen Geheimpolizei befand sich mit dem Auftrag der Enttarnung einer bolschewistischen Zelle in Frankreich. Die russische Geheimpolizei und die Schwarze Hundert, eine ultra-nationalistische Bewegung in Russland mit dem Slogan „Schlagt die Juden und rettet Russland“ versuchten, den Zaren davon zu überzeugen, dass die Juden hinter der Bolschewistischen Revolution stehen. Der Zar war bereits überzeugt, brauchte jedoch Beweise.
 
Vor mehr als 100 Jahren hatte eine französische Dame namens Juliette Adam einen Salon. Juliette Adams Ehemann war der Polizeichef von Paris, der mit dem russischen Sondergesandten des Geheimdienstes Piotr Rachkowsky kollaborierte, weil die Franzosen es nicht mochten, dass bolschewistische Terroristen Bomben in kleinen Pariser Hotels bauten. Rachowsky, der nach Anklagemöglichkeiten gegen Juden suchte, wurde in Adams Salon eingeladen. Dort erzählte ihm jemand von einem in Frankreich verbotenen Buch, von dem der Salon jedoch eine Kopie besitze, das man gegen die Juden verwenden könne.
 
Dieses Buch stammt von dem französischen Anwalt Maurice Joly, der in den 1860er versuchte, das französische Volk gegen die Schreckensherrschaft Napoleons III. aufzubringen. In seiner Biographie sagt er, dass er in einem Buch die Gefahr beschreiben wolle, in der sich das französische Volk befinde. Er entschied sich für eine Allegorie in Form eines Dialogs zwischen zwei Männern im Jenseits: Machiavelli und Montesquieu.
 
Etwa 60 – 65% der Protokolle sind Wort für Wort diesem Buch entnommen. Es wurden Kapitel hinzugefügt, um es zu einem jüdischen Plan zu machen, die Weltherrschaft zu kontrollieren. Die Protokolle wurden erstmals 1905 in Russland von einem religiösen Fanatiker in einem Kloster veröffentlicht. Von dort gelangten sie in Umlauf. Nach der Revolution nahmen Offiziere der Weissen Armee, die aus Russland fliehen mussten, Die Protokolle mit, um die Welt davon zu überzeugen, dass was der Romanov Dynastie in Russland widerfahren sei, auch ihnen passieren würde. Es sei der jüdische Plan, alle Monarchen und Regierungen zu stürzen. Zwischen 1919 und 1921 wurden Die Protokolle in jeder Sprache der Welt veröffentlicht. Allein in Deutschland erschienen in einem Jahr sechs Auflagen und machten die Juden für den Ersten Weltkrieg verantwortlich. Die Protokolle wurden nie ins Hebräische übersetzt, weil wir sie ignorierten und dachten, es sei ein schlechter Witz.
 
1934 kam es zum Berner Prozess, nachdem eine Nazi-Organisation anfing, Die Protokolle zu benutzen und Kopien an öffentlichen Kundgebungen verteilte. Die ortsansässigen Juden, die erkannten, was sich jenseits der Grenzen in Deutschland abspielte, stellten Strafanzeige gegen den Schweizer Nazi.
 
In der Einführung zu meinem englischen Buch schreibt Lord Oberrichter von England Harry Wolfe, dass der Berner Prozess wohl der überhaupt wichtigste Prozessgewesen sei, weil Live-Zeugen vor Gericht aussagten und die Herkunft der Protokolle und die Verwendung dieses Dokuments beschrieben. Darunter befanden sich der Oppositionsführer gegen den Zaren, Historiker, Politiker und ehemalige Agenten, die der Revolution entflohen waren und Zeugnis über diese Fälschung ablegen konnten.
 
Die Protokolle in der muslimischen Welt
 
Die Protokolle sind ein zentrales Thema in der arabischen und muslimischen Propaganda, sogar in den Ländern, die wir als gemässigt bezeichnen, darunter Staaten, die mit Israel Frieden geschlossen haben. Die Protokollegibt es überall, auf jeder arabischen Buchmesse, häufiger in Ägypten, weniger in Jordanien. Sie sind im öffentlichen Diskurs, in Zeitungen, und sogar in Seifenopern im Fernsehen. Das Buch beschreibt die Weltgeschichte von seinen Anfängen bis zum Ende, darunter die Französische Revolution als Teil der jüdischen Verschwörung zur Weltherrschaft. Biszum Ende des Zweiten Weltkrieges waren die Juden das Problem, aber nach der Gründung des Staates Israel ist Israel zur Zielscheibe geworden.
 
Die Protokolle sind Bestseller in allen muslimischen Ländern, weil sie dieses immer und immer wieder in ihren Medien und Schulbüchern eingetrichtert bekommen haben. Als mein Buch ins Arabische übersetzt wurde, sagten mir der Übersetzer und Verleger, beides Absolventen der Hebräischen Universität, der eine christlicher und der andere muslimischer Araber, dass sie bis dato nicht wussten, dass Die Protokolle eine Fälschung sind.
 
Es gibt keine jüdische Verschwörung zur Weltherrschaft, aber es gibt sehr wohl eine antijüdische Verschwörung. Die Verwendung dieses Buches seit mehr als 100 Jahren ist Teil einer Verschwörung und jeder, der sich daran beteiligt, verschwört sich gegen uns. Bei der ersten Flugzeugentführung handelte es sich um ein israelisches Flugzeug und jetzt muss man an jedem Flughafen zu Sicherheitskontrollen anstehen, also sollte die Welt besorgt sein. Die Gefahr, den öffentlichen Diskurs mit Lügen zu verseuchen, ist eine Gefahr für die ganze Welt.
 
*   *   *
 
Richterin Hadassa Ben-Itto, Verfassserin des Buches “The Lie that wouldn’t die: The Protocols of the Elders of Zion“ (2005) war 31 Jahre Richterin an verschiedenen israelischen Gerichten, darunter am Obersten Gerichtshof. Sie diente auch als offizielle Vertreterin des Staates Israel an verschiedenen Foren, darunter UNESCO und die UN Generalversammlung. Derzeitig ist sie Ehrenpräsidenten der Internationalen Vereinigung jüdischer Anwälte und Juristen. Das vorliegende Jerusalem Issue Brief basiert auf ihrem Vortag am Institute for Contemporary Affairs des Jerusalem Center for Public Affairs am 24. Februar 2011.
 
 
 
Kürzung der Originalversion
Übersetzung: AudiaturOnline
http://www.audiatur-online.ch/2011/06/08/die-juedische-weltverschwoerung-als-strategische-waffe/


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